Wie baue ich eine neue Firma auf? Die Schritt für Schritt Anleitung am konkreten Beispiel

Darf ich vorstellen, unser erster Stammgast: Feliks Eyser!

Feliks war bereits ein Mal im Podcast dabei und in der ersten Folge haben wir sehr viel über seine Story gesprochen.

Nach viel gutem Feedback und Feliks Interesse mehr Inhalte zu produzieren, haben wir uns dazu entschlossen regelmäßig über Stories aus seinem Alltag zu sprechen.

In dieser ersten Stammgastfolge haben wir nochmal über ein paar Details aus seiner Regiohelden Zeit gesprochen, bevor wir dann zu seiner Neugründung übergegangen sind.

Feliks hat gemeinsam mit seinem Partner Stefan Tietze als Founding Investor eine Firma mit zwei CODE Studenten gegründet, die jetzt seit ein paar Monaten im Stealth Modus anläuft.

Im Interview arbeiten wir uns Stück für Stück durch den Gründungsprozess, sodass klar wird in welchen Phasen welche Prioritäten liegen.

Hierbei besprechen wir sowohl, ob ich zuerst die GmbH gründe, Geld einsammle oder doch erstmal den Markt testen sollte, sowie die Frage, welche Systeme unbedingt aufgesetzt werden müssen, um später nicht über Schlampigkeiten zu stolpern.

Phase 1: Team

Das Team besteht aus zwei technisch versierten Gründern und Feliks und Stefan als Founding Investoren. Die beiden Gründer sind Designer und Engineers, sodass Produkte wirklich inhouse fertiggestellt werden können und es nicht an technischem Skillset scheitert.

Phase 2: Dummy bauen & am Markt testen

Dieser Schritt ist definitiv unterschätzt. Oft bauen Gründerteams erst ganze Produkte, bevor sie diese am Markt testen. Feliks und sein Team haben sich darauf fokussiert einen Dummy in Figma zu bauen, den man in einer Kundendemo testen kann, ohne ihn vorher programmieren zu müssen.

So kann man Features anhand von Kundenfeedback evaluieren und muss nicht Tage für das Programmieren einzelner Features verwenden, die keiner braucht.

Wie testet man am Markt?

Die Jungs sind im Bereich kleiner- & mittelständischer Unternehmen unterwegs und haben so potentielle Kunden in ihrer Zielgruppe gesucht. Diese haben sie angerufen & angeschrieben und versucht die Leads zu einer Demo einzuladen. In dieser Produktdemo, wurden die potentiellen Kunden dann durch den Designprototypen durchgeleitet, als wenn das Produkt schon komplett existieren würde. Im letzten Schritt wurden dann Letter of Intents eingesammelt, die zeigen, dass der Kunde auch wirklich Geld ausgeben möchte, wenn das Produkt fertiggestellt wird.

Phase 3: Kundenfeedback und Kaufinteresse evaluieren

Anhand des Feedbacks und mehr als 10 LOIs war schnell klar, dass mit dem Produkt auch Umsatz generiert werden kann. Durch die konkreten Wünsche der Kunden, konnte auch die Produktroadmap erstellt werden, sodass Prioritäten in der Entwicklung geklärt sind.

Phase 4: Fundraising & Gründung der Firma

Erst nachdem der Need am Markt evaluiert wurde, haben sich die Jungs ans Fundraising gemacht.

Die erste Runde konnte dann aufgrund von fundiertem Kundeninteresse und bestehendem Netzwerk von Stefan & Feliks in einer Woche abgeschlossen werden.

Grundsätzliche Empfehlung zum Fundraising: Investoren solltest du versuchen kennenzulernen, bevor du sie brauchst. So können sie dich in einem entspannteren Umfeld kennenlernen und beobachten. Fundraising ist Vertrauenssache und das vergessen viele oft. Wenn du noch keine Investoren kennst, versuch den Investoren von vertrauenswürdigen Personen vorgestellt zu werden. Dies können andere Gründer, Netzwerke oder auch Inkubatoren / Accelerator sein.

Mit der Fertigstellung der Runde gab es dann auch den Notartermin, sodass hier alles in einem Aufwasch erledigt werden konnte und die GmbH war gegründet.

Phase 5: Strategy Offside & Hiring

Mit dem gesicherten Funding, kann das Team stetig erweitert werden…


Transkript:

Fabian Tausch: Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast Folge, Jungunternehmer Podcast, heute mit einem kleinen Debüt, sage ich mal. Also nicht, dass die Person nicht schon mal auf dem Podcast zu finden ist, aber es ist so, ich stelle heute den ersten Stammgast vor, sage ich mal. Und freue mich sehr, Feliks Eyser ist heute zu Gast und wie gesagt, wir haben schon mal ein Interview gemacht, gerade zur Hoch-Lockdown Zeit würde ich sagen, im März oder so was und heute sitzen wir aber mal in Berlin, im Studio, nachdem wir inzwischen Nachbarn sind und nur noch irgendwie drei Häuser zwischen uns liegen, war das deutlich einfacher.

Feliks Eyser: Ich musste einfach in deine Nachbarschaft ziehen, so dass wir hier einfach regelmäßiger sprechen können, Fabian.

Fabian Tausch: Nur deswegen natürlich… ich freue mich sehr. Aber nein, es ist ja ganz angenehm, dass wir heute dadurch hier sitzen können und du nicht in Stuttgart bist und wir wieder Zoom nehmen müssen, also dementsprechend sollte die Qualität am Ende immer ein bisschen kontrollierbarer sein. Auf jeden Fall, Feliks, ich sage selber nochmal zwei, drei Sätze zu dir, aber wir gehen da auch gleich nochmal drauf ein. Ursprünglich hast du mal vor vielen Jahren RegioHelden gegründet, hast das dann groß gemacht, an Ströer verkauft, dann, ich weiß nicht, ob es ein klassisches Sabbatical ist, aber auf jeden Fall eine Auszeit genommen. Inzwischen bist du wieder als Founding Investor tätig, du willst noch nicht ganz verraten, wobei überall, das… wann du das verrätst, darfst du selber entscheiden.

Und was wir vorhaben ist, sehr nah und sehr transparent darüber zu sprechen, was notwendig ist, wenn man eine Firma aufsetzt und welche Systeme zum Beispiel wichtig sind, um zu schauen, dass man wirklich halt strukturiert an den Aufbau einer Firma ran geht und nicht einfach los rennt und irgendwas macht und am Ende dann merkt, verdammt, das hätte ich mal früher machen sollen, sondern wirklich transparent, praxisnah zu teilen, was sind denn wichtige Bestandteile bei der Firmengründung. Und du… jetzt… ich gehe immer am Anfang so krass auf diese Business Schiene, aber was muss man über die Person Feliks Eyser denn noch wissen?

Feliks Eyser: Du, meine Story… meine Story beginnt in Stuttgart, wie du gerade schon erwähnt hast, da komme ich her, bin da aufgewachsen, eine Familie von Lehrern, meine beiden Eltern sind… waren Lehrer, sind jetzt in Rente und meine ersten unternehmerischen Erfahrungen habe ich in der Schulzeit gesammelt, mit einem PC Service, wo wir rum gefahren sind, Computer repariert haben, im Studium habe ich ein E-Commerce Unternehmen gegründet. Und dann direkt nach dem Studium mit RegioHelden angefangen, das war so vor, ja, zehn, elf Jahren, mittlerweile elf Jahre fast schon, mittlerweile bin ich in Berlin, dein Nachbar.

Fabian Tausch: Wann bist du denn final bei RegioHelden raus? Also du hast gesagt, vor zehn, elf Jahren ungefähr angefangen…

Feliks Eyser: Vor zwei Jahren bin ich raus, Ende 2018 bin ich raus, zu dem Zeitpunkt war die Firma schon drei, vier Jahre an Ströer verkauft, diese Transaktion war 2015 und ich war dann noch so dreieinhalb Jahre an Bord als Geschäftsführer, habe da auch nochmal viel gelernt, wie das in so einem Konzern funktioniert, wir haben Firmen dazugekauft, bei uns integriert, sie sind deutlich schneller gewachsen, also das war auch noch mal eine super spannende lehrreiche Zeit. Irgendwann war aber der Punkt, als die unternehmerische Aufgabe abgeschlossen war und ich bin eben deutlich mehr Unternehmen und irgendwie Builder und jemand, der gerne Sachen von Null auf Eins bringt, als dass ich jetzt einen Konzernmanager werden wollte. So und dann habe ich das meinem Nachfolger übergeben, der die Firma auch heute immer noch führt, innerhalb von Ströer als einen großen Bereich. Also und das war dann der Punkt, als ich raus gegangen bin, vor knapp zwei Jahren.

Fabian Tausch: Der heißt heute Ströer Online Marketing, der Bereich, oder?

Feliks Eyser: Ströer Online Marketing, ja, genau.

Fabian Tausch: Tatsächlich, da ich das einen ganz spannenden Punkt finde, dieser Übergabeprozess, viele denken ja immer Exit und dann ist es direkt vorbei, aber oftmals, wenn man gerade an eine größere Firma verkauft, ist es ja schon so, dass man auch noch ein bisschen dabei bleiben muss und einen Übergabeprozess mit Milestones und so weiter hat. Wie sieht das denn aus, also wie war das für dich, erstens, wie kam es, dass du verkauft hast? Und wie war dann so dieser Prozess von wegen, okay, ich weiß, ich habe verkauft, aber irgendwie stecke ich ja trotzdem noch in dem Konstrukt, also?

Feliks Eyser: Ja, ja. Also der Weg dahin war eher eine Frage, kriegen wir das Unternehmen auf das nächste Level? Wir hatten davor über Venture Capital finanziert, knapp zehn Millionen ge-raised, damit Vertrieb aufgebaut, waren zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich so hundert Leute, dann haben wir uns gefragt, wie kriegen wir das jetzt größer, wie kriegen wir das auf das nächste Level? Machen wir das nur mit einer weiteren Finanzierungsrunde oder in einer Partnerschaft mit einem etablierterem Unternehmen, das uns eben auch strategisch helfen kann und da kam der Kontakt zu Ströer zustande in Zeit, die damals schon sehr stark verankert waren im Lokalvertrieb.

Also damals schon hunderte von Mitarbeitern im Vertrieb hatten, in den, ich glaube 30 Locations in Deutschland und da sehr präsent waren, eben out of home Marketing zu verkaufen, also Bushaltestelle, Litfaßsäule, man kennt diese Werbeträger. Und die haben gleichzeitig Digitalprodukte gesucht und deswegen hat das gut zusammengepasst und wir haben den Deal mit denen gemacht, um einen Gesellschafter rein zu holen, der eben nicht nur weiter finanzieren kann, das haben wir auch in großem Umfang gemacht, sondern mit denen wir eben auch im Vertrieb zusammenarbeiten konnten. Und das hat dann auch gut funktioniert, nach einiger Zeit, das war kein Selbstläufer, so Organisationen zusammenzubringen, also das ist nochmal ein anderes Kapitel so, aber das hat am Ende nach mehreren Jahren sehr gut funktioniert, dass RegioHelden eben in Ströer deutlich größer geworden ist, als es stand alone gewesen wäre. Das war so ein bisschen die Ratio für diesen Deal.

Und meine Rolle hat sich da natürlich stark geändert, davor war ich eben Start Up Geschäftsführer von einer Finanzierungsrunde zur nächsten, irgendwie gucken, dass das Konto voll bleibt, also die Sorge war dann Gott sei Dank weg, mit so einem finanzstarken Partner. Gleichzeitig sind dann eben andere Themen hochgekommen, vor allem, was ich gerade erwähnt habe, dieses Zusammenfuehren von Organisationen, PMI, Post Merger Integration, so riesen Thema, so kulturell, prozessual, von den technischen Systemen her, von den Produkten her, das waren dann eben die Themen, die die nächsten Jahre dann dominiert haben. Und für mich war das super, weil mich selber ein hoher Lernwille antreibt so, was mir am meisten Spaß macht ist irgendwie Sachen aufzubauen, dazu zu lernen, in neuen Situationen zu sein.

Und das war natürlich plötzlich ein komplett neues Spielfeld und für mich ist die Lernkurve dadurch nochmal extrem angestiegen im Vergleich zu der stand alone Zeit davor. Und das war auch der Grund, warum ich dann noch verhältnismäßig lange an Bord geblieben bin. Es gibt in so einem Exit Prozess auch Turnout Phasen, dass man sagt, du musst halt so und so viele Jahre bleiben, sonst verliert man irgendwie die Anteile oder Geld oder irgendwas also. Und im Endeffekt bin ich länger geblieben als diese Turnout Phasen, weil ich weiter dazu lernen wollte, es gab ein paar Projekt, die dann noch sehr spannend waren gegen Ende und vor allem das sauber übergeben wollte an meinen Nachfolger, der das bis heute immer noch macht, also ich hatte dann irgendwann meine Checkliste, die drei, vier Sachen will ich noch abgeschlossen haben, das habe ich dann gemacht und das war dann der Punkt als ich raus gegangen bin.

Fabian Tausch: Für die Leute, die das erste Interview nicht gehört haben, RegioHelden ist eine Firma, die digitale Lösungen für Online Marketing für vor allem lokale Betriebe bietet oder geboten hat und heute macht das dann eben Ströer Online Marketing.

Feliks Eyser: Genau.

Fabian Tausch: Also quasi eine Agentur, die digitale Lösungen entwickelt mit und für die Kunden und das macht ja auch Sinn, so wie du es gerade beschreibst, dass quasi auch das Ströer Portfolio einfach ergänzt wurde, da die Vertriebsmitarbeiter sowieso unterwegs waren, konnten sie ja eigene Sachen mehr anbieten, die sie dann im Portfolio hatten, wenn ich das richtig verstehe.

Feliks Eyser: Genau. Mehrere Sachen, mehr… sogar die Zielgruppen waren kleinere Unternehmen, sind kleine Unternehmen, der Handwerker, der Zahnarzt, der Rechtsanwalt um die Ecke. Und was RegioHelden für die gemacht hat, ist Webseiten zu bauen, Google Werbung zu schalten, Facebook Werbung zu schalten, Suchmaschinenoptimierung zu betreiben, alles was die kleinen Unternehmen eben brauchen, aus einer Hand. Und das war genau der Baustein, der bei Ströer sehr gut reingepasst hat.

Fabian Tausch: Ihr habt nie öffentlich kommuniziert, wie groß die Summe war, oder? Die Deal Summe?

Feliks Eyser: Ich glaube Ströer hat es in irgendeinem Jahresbericht mal irgendwie so halt veröffentlicht, aber meistens ist das so unter dem Radar.

Fabian Tausch: Soll ich raten? Gibst du dazu Auskunft? Ich habe dich nie gefragt, wir kennen uns ja jetzt ein bisschen…

Feliks Eyser: Rate doch mal, da bin ich auch mal gespannt.

Fabian Tausch: Weil du meintest ja irgendwie zehn Millionen an Venture Capital, dann kam Ströer rein… eine Frage dazu, auch eine Verständnisfrage, hast du 2015 komplett verkauft in dem Sinne? Oder ist Ströer erst als Investor mit reingegangen?

Feliks Eyser: Ich habe alle VC’s raus gekauft, also davor waren es irgendwie 14, 15 Gesellschafter, ein paar Business Angels, VC’s, Verlagshäuser, die drin waren, die sind dann alle raus und danach gab es noch zwei Gesellschafter, das war Ströer und ich. Ich habe ein paar Anteile drin gelassen und das war auch gut für beide Seiten.

Fabian Tausch: Okay. So jetzt tu‘ ich mich trotzdem schwer mit Start Up Bewertung…

Feliks Eyser: Ich wollte gerade sagen, jetzt hast du ein bisschen abgelenkt…

Fabian Tausch: Und hätte… aber es war eine Prinzipfrage, auch wie es abläuft… und hätte wahrscheinlich vorher einfach mal googeln sollen und gucken, ob man da was findet.

Feliks Eyser: Vielleicht findet man da was.

Fabian Tausch: Ja, du, ich… keine Ahnung, ich würde sagen, irgendwo zwischen 25 und 50 Millionen, aber es kann halt auch drunter und drüber liegen, so…

Feliks Eyser: Du, es kann drunter und drüber liegen oder genau…

Fabian Tausch: Das ist halt echt schlimm das zu… ich bin beim Raten echt…

Feliks Eyser: Ja, also es war achtstellig, aber es waren jetzt keine 90 Millionen, es waren auch keine zehn, irgendwo dazwischen wahrscheinlich. Ja, es war jetzt kein riesen Deal, ich würde jetzt nicht sagen, also es ist jetzt hier Unicorn sonst was Exit. Aber es war für mich natürlich Life changing im Sinne von, dass ich dadurch anfangen konnte, Investments zu machen, also Firmen aufzubauen, es hat mir eine gewisse Freiheit gegeben. Und für Ströer war es glaube ich auch ein guter Deal, wenn man sieht, wo die Firma heute steht und dass es sehr gut aufgegangen ist. Ströer hat zu der Zeit viele Firmen gekauft, auch einige, die jetzt nicht so unbedingt im Kern des Geschäftsmodells waren, wo es jetzt nicht unbedingt so riesige Synergieeffekte gab.

Bei RegioHelden war das aber definitiv der Fall, so dass eben, wirklich, wie du gerade gesagt hast, der Verkäufer, der dann eben Werbung an der Bushaltestelle verkauft, an eine Schönheitsklinik eben auch Online Marketing verkaufen kann und das hat über die Jahre dann immer besser funktioniert, also für die hat sich das glaube ich auch ganz gut gelohnt.

Fabian Tausch: Das sieht auf jeden Fall gut integriert aus. Nicht alle Firmen, die Ströer gekauft hat, haben am Ende so Ströer Online Marketing quasi als Titel bekommen, so dass sie wirklich hundert Prozent integriert wurden.

Feliks Eyser: Ja, so ist es. Manche wurden auch wieder verkauft, manche wurden eingestellt, so ist es eben. So nicht jede Firma geht auf sozusagen, aber RegioHelden hat das effizient gemacht.

Fabian Tausch: Gab es bei RegioHelden irgendwann mal den Moment, wo du gemerkt hast, okay, das was ich da baue, funktioniert? Oder war das bis zum letzten Moment irgendwie so ein constant struggle?

Feliks Eyser: Ja, also so grundsätzlich constant struggle, so weil natürlich immer manche Dinge funktionieren und mache nicht. Ich hatte jetzt nicht so diesen einen Moment, wo ich gesagt habe, okay, jetzt haben wir es geschafft, also. Also vielleicht bei dem Exit oder vielleicht dass ich dann persönlich irgendwie raus gegangen bin, drei, vier Jahre später zu sagen, okay, ich habe es jetzt an den Punkt gebracht, an den ich es bringen wollte und übergebe es jetzt, so. Aber es ist natürlich so, man geht in so eine Firma rein und kennt die natürlich von innen auch sehr gut und sieht dass überall kleine Feuer brennen, man irgendwie Baustellen hat und irgendwelche Probleme lösen muss. Deswegen gab es jetzt nicht so diesen einen Moment, wo wir gesagt haben, das war jetzt so der Durchbruch so.

Aber das Gute bei RegioHelden war, wir hatten ein Subscription Geschäftsmodell, also wir holen einen Kunden einmal ran und der zahlt dann Monat für Monat und so. Das heißt, der Umsatz ist einfach immer hoch gegangen, also das war das Gute, so es gab da jetzt keine großen Saisonalitäten, wie irgendwie Weihnachtsgeschäft, wo es hochgeht und dann wieder irgendwie runter oder so. Sondern Stück für Stück, Monat für Monat ist es immer gewachsen, nie krass exponentiell, aber immer schön in einer vorhersehbaren Kurve. Deswegen wussten wir immer, es funktioniert im Grunde gut so, aber es gab natürlich tausend Sachen zu jedem beliebigen Zeitpunkt, die man hätte besser machen können.

Fabian Tausch: Jetzt ist RegioHelden ja eine Agentur gewesen oder ein Dienstleister im klassischen Sinne. Auch wenn du natürlich einige Sachen anders gemacht hast als die Konkurrenz, sonst wärst du nicht so groß geworden und auch nicht von Ströer gekauft worden…

Feliks Eyser: Wir hätten es nicht Agentur genannt, es sieht von außen so ein bisschen so aus, die Leistungen, die man bringt, die bringt eine Agentur auch, aber was eine Agentur für mich bedeutet ist, dass sehr kreativ gearbeitet wird, meistens dreht es sich, wenn die Agentur klein ist, um die Inhaber und es ist personalintensiv so. Und was wir bei RegioHelden gemacht haben ist, wir haben Technologie genutzt, um das skalierbarer zu machen. Wir haben am Ende mit zehntausenden von Kunden gearbeitet, das ist mehr als eine Agentur hinkriegen könnte. Agenturen wachsen in der Regel indem die Kunden größer werden, die fangen mit dem Handwerker um die Ecke und dann kommt irgendwann die Zahnklinik, dann kommt irgendwann Siemens so.

Und bei uns war das Ziel nie, dass die Kunden größer werden, sondern dass es mehr werden und deswegen haben wir von Anfang an sehr stark auf Technologie gesetzt und System gebaut, die das eben ermöglicht haben, anders und besser zu skalieren, als die klassische Agentur. Aber von außen gebe ich dir Recht, es sieht so ein bisschen aus wie eine Agentur, wenn man unter die Haube schaut, dann hat es ein bisschen anders funktioniert.

Fabian Tausch: Ich habe es absichtlich so formuliert, weil ich tatsächlich auf die Frage hinaus wollte, was hat dich damals dazu getrieben, erst Family and Friends money zu raisen und dann später auch Venture Capital, also von größeren VC’s, um eben quasi ein Agenturmodell zu bauen, sage ich jetzt mal. Aber du hast, glaube ich, einen Teil der Frage schon beantwortet.

Feliks Eyser: Ja. Wir haben immer gesagt, worst case ist, wir haben eine Agentur. Das war so die Ausgangsposition mit dem Friends and Family Gesellschaft dann am Anfang, also mit denen ich davor so im Studium ein kleines Unternehmen gemacht hatte, so dass wir sagten, da haben wir uns kennengelernt. Und die haben dann wieder in mich investiert, obwohl das Erste nicht funktioniert hat so und wir haben immer gesagt, wenn es gut läuft, bauen wir was skalierbares, wenn es gut läuft und funktioniert, diese Annahme mit Technologie kann man das eben schneller größer werden lassen. Und im worst case haben wir halt eine kleine Agentur, die ein paar hundert Kunden hat, das ist jetzt auch nicht so das Schlimmste. Dann verkaufen wir es halt irgendwie an eine andere Agentur zum Beispiel so.

Aber das war ein bisschen die Annahme, wenn es klappt, können wir skalieren und wenn nicht, dann haben wir eben so eine mittelständische Agentur gebaut. War nicht unser Ziel von Anfang an, also das Ziel war klar, was Skalierbares zu bauen, aber es war so ein bisschen so eine Absicherung, ja.

Fabian Tausch: Okay. Ja, gut am Ende ist ja auch ein Cash flow positives Unternehmen, wie Agenturen ja meist arbeiten, auch nicht verkehrt, da Gesellschafter zu sein, hat ja auch eine jährliche Gewinnausschüttung et cetera, ist nur nicht der klassische Start Up Case.

Feliks Eyser: So ist es. Und RegioHelden war auch profitabel die ersten zwei Jahre, wir haben erst im dritten Jahr Geld ge-raised von VC’s und davor haben wir uns finanziert über so ein Mini Investment von den Gesellschaftern über ein [unverständlich 00:14:17 Gründerstipendium und über Umsätze aus den Kundenprojekten so. Und das war eben das Schöne, der Umsatz war im ersten Monat irgendwie Euro 2.000, dann waren es 5.000, dann waren es 10.000, dann waren es irgendwann 20.000 so und dann konnten wir irgendwann Mitarbeiter einstellen. So ging das eben voran, es war jetzt nie so, dass wir da jetzt größere Ausschüttungen gemacht hätten, aber es von Anfang sehr nah am Cash flow, das war eben auch das Positive.

Fabian Tausch: Ja. Jetzt hast du danach ein Sabbatical gemacht, hast du selber Sabbatical genannt, hast du einfach nur gesagt, ich guck‘ mal was passiert nach dem Exit…

Feliks Eyser: Ich habe den Leuten immer gesagt, ich gehe in Rente temporär.

Fabian Tausch: Und hast dann angefangen, auch auf der einen Seite ein Founders Camp zu machen, das heißt, Unternehmer zusammenzubringen, die auf ungefähr einem Level sind und dass sie voneinander profitieren und sich gemeinsam austauschen. Du hast angefangen, super… nicht super viele, sondern hoch qualitativ zusammenzufassen, was so deine größten Learnings waren, in denen du sehr ausführliche Medienartikel geschrieben hast. So eine, wahrscheinlich sehr generische Frage, aber was waren so die Dinge, die in der Zeit bewusst geworden sind? Also worüber hast du viel nachgedacht in der Zeit, als du dann raus warst bei RegioHelden und dieses constant… also dieses konstante Rennen für Geld auf dem Konto vorbei war?

Feliks Eyser: Ja, ja. Also erst mal… erst mal habe ich mir selber eine Business Sperre auferlegt, also das war gut, das hat mir ein Freund empfohlen, der ein Jahr vorher verkauft hatte. Es war nicht sehr clever zu sagen, man geht aus der Firma raus so und ich glaube, Unternehmer oder ich zumindest, neige dazu, dann schnell wieder was Neues starten zu wollen, so, weil es ist irgendwie langweilig nichts zu machen. Weil es gibt dann auch tausend Möglichkeiten, aber ich habe mir dann bewusst gesagt, nein, ich mache jetzt erst mal 12 Monate Pause, so das war die Idee. Also Ende 18 raus zu gehen und vor Ende 19 ist nichts Neues anzufassen, so deswegen habe ich mir tatsächlich über Business sehr wenig Gedanken gemacht, das war auch sehr gut.

Ich war mehr auf Reisen, ich war auf ein paar Konferenzen, aber jetzt nicht um das nächste Geschäftsmodell zu finden, sondern um mir Sachen anzuschauen, die mich interessieren. Ich war viel in Asien unterwegs so, habe mich da mehr mit mir selber beschäftigt so und es wirklich genossen, nicht in diesem Hamsterrad Business Investmentmodus zu sein. Ich habe auch wenig Investments gemacht in der Zeit, vielleicht eines oder zwei, habe mich da bewusst nicht stressen lassen so. Also das war glaube ich mal das Gute.

Und die andere Frage, die ich mir dann angestellt habe, ist für die Zukunft so, also was will ich eigentlich machen, mit wem will ich mich umgeben, wo will ich eigentlich sein. Dann kam die Entscheidung, nach Berlin zu ziehen, ich war ja bis dahin in Stuttgart immer. Und beispielsweise auch, was du angesprochen hast, digital Founder Camps habe ich da weitergeführt und mir da die Frage gestellt, was macht mit denn eigentlich Bock, so was macht mir eigentlich Spaß und ich habe da eine Antwort gefunden so und das ist mit coolen Leuten unterwegs zu sein so. Und ein großer Teil vom Freundeskreis sind Unternehmer, ich finde es unheimlich toll, mich mit Leuten zu umgeben, die Bock haben, was zu starten, was aufzubauen so.

Ich will selber irgendwie lernen, gleichzeitig Wissen weitergeben so, ich glaube, so vielleicht ein bisschen ein Einschlag von meinen Lehrereltern. So irgendwie macht es total Spaß, mich in neue Sachen einzulesen, aber eben auch Erfahrungen zu teilen, wie auf Medium zum Beispiel. Und ich will irgendwie in einer schönen Umgebung sein, also die drei Sachen irgendwie, coole Leute, die was bauen wollen, selber lernen und Wissen weitergeben, schöne Umgebung. Und das habe ich mit den Founder Camps dann umgesetzt und das funktioniert so, dass wir immer zehn, zwölf Gründerinnen und Gründer einladen, an coole Locations, wie Mallorca zum Beispiel, da warst du ja auch mal dabei. Und dann wirklich fünf, sechs Stunden am Tag arbeiten, Sessions machen, Experience Sharing machen und den Rest der Zeit eine gute Zeit haben am Pool oder wandern gehen oder irgendwie was Gutes essen so.

Und das war auch eine der Sachen, die ich in dem Sabbatical dann mehr gemacht habe, ich glaube wir haben vier… vier oder fünf Veranstaltungen in dem Jahr gemacht, das war relativ viel. Ich mache das mit einer Partnerin zusammen, mit der Julia Derndinger und so habe ich mich da beschäftigt gehalten. Also es war ein gutes Jahr, aber bewusst eines, wo es jetzt nicht drum ging, irgendwie den ganzen Tag Business zu machen und neue Projekte zu jagen.

Fabian Tausch: Ja, ich glaube, gerade in der Situation, wo du ja dann allgemein ein sehr starkes Netzwerk hattest, viele Leute wussten okay, der ist jetzt raus, sind wahrscheinlich auch super viele Leute auf dich zu gegangen. Ich kann mir schon vorstellen, dass wenn du dir diese Business Sperre nicht auferlegt hättest, du auch nach drei Tagen mindestens fünf neue Ideen gehabt hättest, was du hättest machen können.

Feliks Eyser: Ja, vielleicht… vielleicht. Aber dafür war es gut. Aber ich glaube, die Leute merken dann auch irgendwann, wenn er nicht antwortet so, dann hören auch irgendwann die Emails auf. Und dann gibt es auch weniger Opportunities, aber das war dann auch okay.

Fabian Tausch: Ich habe dich glaube ich, im vergangenen Jahr wirklich jedes mal, als wir uns gesehen haben, gefragt und hast du dich schon in ein neues Thema rein gefuchst, weil du anfangs, als wir in Mallorca waren, irgendwie so ein bisschen über Food gesprochen hattest, weil du gerade glaube ich von…

Feliks Eyser: [unverständlich 00:18:56 war ich da.

Fabian Tausch: Ja, stimmt. [unverständlich] du wieder kamst, da das irgendwie spannende fandest und ich habe dich immer wieder gefragt und du so, hey du, ich habe da keinen Stress, ich gucke mir immer wieder mal Sachen an, aber…

Feliks Eyser: Ich dachte immer bleib‘ mir fern hey, ich gucke mir an, aber ich…

Fabian Tausch: … schon richtig so auf diesem, so kurz an der Grenze so von… warum fragt der das schon wieder?

Feliks Eyser: Dich hat das glaube ich mehr gestresst als mich. [unverständlich 00:19:17 was mach‘ ich denn als nächstes.

Fabian Tausch: Genau. Aber du hast ja dann über super viele Themen auch geschrieben, die sehr praxisnah sind und wir haben da einige tatsächlich auch im letzten Podcast schon mal angesprochen. Was ich mir überlegt hatte, um da auch so ein Format zu führen, was wir immer wieder machen können und da möglichst praxisnah zu bleiben, ist so dieses „stell‘ dir vor, du gründest eine neue Firma“, jetzt sage ich mal nur du bist ja als founding Investor in einer neuen Firma mit drin, die Details musst du selber überlegen, was du gerade sagen möchtest und was nicht. Aber anhand dessen auch mal aufzurollen, was ihr gerade macht und so ein bisschen zu dokumentieren und zu zeigen, okay, das sind… also so gehst du ran, wenn du eine neue Firma baust, das sind die Systeme…

Das Spannende daran ist, es ist ja nicht nur deine Erfahrung, du sprichst ja mit super vielen Unternehmern, du kennst ja sehr viele Leute, die zum Beispiel auch hier im Podcast waren und hast dann dadurch automatisch natürlich super viele Einblicke und mit denen auch schon viel gesprochen, was so ihre größten Learnings waren. Und das dann mal zu sehen, wie macht das jemand, der eine zweite Firma gründet und sehr, sehr vernetzt ist, wie geht der vor? Und ich glaube, dass das super spannend sein kann. Wie viel Kontext möchtest du denn geben, rund um die Firma?

Feliks Eyser: Also was wir machen, das ist vielleicht so ein Kurzabriss, ich bin nach Berlin gekommen, habe mit verschiedenen Leuten gesprochen und mich dann dazu entschieden, mit drei Partner zusammen eine Firma zu gründen und die als, ich sage mal, als Gründungsinvestor zu supporten, das heißt, es gibt zwei Geschäftsführer in der Firma und einen Partner. Der Stefan und ich finanzieren die Firma oder haben die am Anfang finanziert und wir sind da aber auch sehr aktiv dabei. Also ich komme gerade aus dem Büro, da gehe ich auch gleich wieder hin so und helfe den beiden Geschäftsführern da eben im Aufbau der Firma. Also ich bin da jetzt in einer deutlich aktiveren Rolle als jetzt der typische Angel Investor, aber jetzt gleichzeitig nicht irgendwie Geschäftsführer oder eingebunden in die Organisation, so, das ist das vorweg.

Und was wir da machen ist eine B2B SaaS Firma, die als Zielgruppe auch wieder kleine Unternehmen hat, also die gleich Zielgruppe wie die RegioHelden, Zahnärzte, Handwerker, Elektriker, Steuerberater und so weiter und im Endeffekt bauen wir eine Art CRM System für diese Unternehmen, so und mehr Details können wir dann mal irgendwann teilen, aber das ist vielleicht so der Kontext für den Moment. Also B2B SaaS Firma, die wir gegründet haben vor, jetzt muss ich selber mal überlegen, im Juni saßen wir da zum ersten mal zusammen, also vor so vier, fünf Monaten etwa.

Fabian Tausch: Was waren so die… also eine andere Frage, du bist ja founding Investor, zusammen mit Stefan, worauf habt ihr geachtet, bei den Gründern, mir denen ihr zusammenarbeitet? Also was war euch wichtig? Was haben die Gründer mitgebracht?

Feliks Eyser: Ja, ja. Also grundsätzlich, es ist so eines meiner Modelle, wenn ich mir Investments anschaue, egal ob ich da jetzt ein Angel Investment mache oder eine Firma mitgründe, dass ich mit Leuten zusammenarbeiten will, die grundsätzlich so vier Eigenschaften mitbringen. Das Eine ist Intelligenz, das Zweite ist Willensstärke, Durchsetzungsvermögen, das Dritte ist Lernfähigkeit und das Vierte sind gute Werte, Integrität so. Und ich glaube, jeder von den Punkten ist extrem wichtig und da würde ich heute auch keine Abstriche mehr machen.

Intelligenz, weil es einfach darum geht, analytisch zu entscheiden, was gemacht werden muss. Also ich glaube, ein guter Gründer muss einfach eine gewisse Cleverness mitbringen, eine gewisse Intelligenz, aber auch auf eine Weise street smart sein. Also irgendwie einen Weg finden, wo ein anderer vielleicht keinen Weg findet so, das gehört für mich auch zu Intelligenz. Ich glaube, es gehört eine hohe Willensstärke dazu so, weil Gründen halt auch ist, dass es ganz viel Gegenwind gibt, man oft alleine ist, sich irgendwie durchsetzen muss, mit zehn Investoren spricht, wovon neun erst mal absagen so, aber der Zehnte dann vielleicht kommt. Also ich glaube, man braucht einfach so einen Drive und so einen Willen, irgendwie auch zu gewinnen.

Das Dritte ist Lernen, Lernbereitschaft und Lernfähigkeit so, weil ich glaube, man muss sich ständig auf neue Themen einstellen und das ist super schwer vorherzusagen, was in zwei Jahren passiert. Das heißt, die Aufgabe von einem guten Gründer ist, permanent an sich selber zu arbeiten, sich permanent weiterzuentwickeln und sich eben in kurzer Zeit in völlig fremde Themen einarbeiten zu können. Und der vierte Punkt, gute Werte ist mir einfach persönlich wichtig, ich habe halt keine Lust, mich mit, ich sage mal, irgendwie erfolgreichen Arschlöchern zusammenzuarbeiten, sondern irgendwie meine Lebenszeit mit guten Leuten zu verbringen, auf die ich Bock habe, wo der Vibe irgendwie passt so. Und wo ich eben auch das Gefühl habe, man kann langfristig zusammenarbeiten, dafür sind für mich die Wert die Grundvoraussetzung so, also das sind so die Faktoren, die ich mir da grundsätzlich anschaue.

Und die beiden Gründer, die ich kennengelernt habe, Anfang des Jahres, so die checken die Boxen sozusagen alle. Und wir hatten uns kennengelernt, weil ich denen geholfen habe bei einem anderen Projekt, dass ich so Mentor mäßig so ab und zu mal denen irgendwie was zugerufen oder mal probiert so ein paar Erfahrungen zu teilen, denen zu helfen, bei einem anderen Projekt. Und dann gemerkt, das Projekt, was die gemacht haben, fand ich nicht so gut, aber die Jungs eben umso mehr und so haben wir dann zusammengefunden und dann letztendlich im Sommer uns entschlossen, die Firma zusammen zu gründen.

Fabian Tausch: Was man auch dazusagen muss ist, dass du ja schon das eine oder andere Investment gemacht hast und dort auch oft mit den Gründern sehr eng gearbeitet hast und die quasi auch ge-coacht und immer mal wieder dementsprechend auch schon deine Erfahrungen geteilt hast, dementsprechend war es gar nicht mal so abwegig, wie man… also es ist nicht so dieses, ich habe meinen Exit gemacht, habe ein bisschen gewartet und dann habe ich einfach das gemacht, sondern du hast es ja irgendwie über die Jahre hinweg schon immer wieder zwar neben RegioHelden glaube ich auch schon…

Feliks Eyser: Ja.

Fabian Tausch: … aber auch so schon angefangen, immer wieder in Firmen aktiver beteiligt zu sein. Du bist jetzt nicht der Typ, der sagt, hey, ich schmeiß‘ da mal Geld rein und dann auf nimmer wiedersehen…

Feliks Eyser: Ja.

Fabian Tausch: … sondern was ich von dir gehört habe, war ja schon immer wieder, hey, ich arbeite übrigens mit dem, zum Beispiel nehmen wir Till Augner, SportHacks, mit dem arbeite ich super eng, der macht irgendwie dieses Produkt und wir quatschen regelmäßig und ich coache ihn in dem Bereich und wir haben uns… dann kriegt man sehr genau mit oder dass du da schon sehr engagiert warst, bist und dementsprechend passt das auf jeden Fall auch zu dir.

Feliks Eyser: Ja, tatsächlich. Also ich mache beides, ich mache Investments, wo ich überweise und dann sage, okay, ruf‘ mich an, wenn es was gibt so und ich will auch niemandem auf die Nerven gehen dabei. Es gibt auch nichts Schlimmeres als irgendwie Business Angels, die alles besser wissen und jede Woche auf der Matte stehen, weil sie irgendwann mal 50.000 investiert haben, so in etwa. Also ich dränge mich da nirgends auf so, die Art von Investments gibt es auch. Aber mir macht es auch total Spaß, eben eng mit Gründern zu arbeiten, die auch zu challengen und mit denen zusammen eben am Unternehmen zu arbeiten.

Und über die Zeit, also ich habe A) gemerkt, dass mir das Spaß macht auf eine Weise, ich habe B) gemerkt, dass immer mehr Leute auf mich zugekommen sind. So das heißt, irgendwie scheint das auch wertvoll für die gewesen zu sein, es gibt immer wieder Leute, die in bestimmten Situationen irgendwie gechallenged werden wollen. Und so hat sich das dann ergeben und der Modus, in dem ich da jetzt bin, mit der B2B SaaS Firma, ist ein sehr ähnlicher, gleichzeitig ein intensiverer als ich es davor je gemacht habe. Weil auch mit einem Till zum Beispiel, mit seiner Rucksack Marke, heute Morgen habe ich gerade wieder mit im gesprochen so, aber meistens haben wir wöchentlich einen Call und machen dann ab und zu mal einen Strategy day, vielleicht so all sechs Monate, ab und zu mal all drei so und tauchen dann ein bisschen tiefer ein.

Aber man sieht, das ist jetzt keine tägliche Zusammenarbeit so, sondern eher eine wöchentliche oder eine monatliche. Mit der neuen Firma, die wir da gegründet haben, ist es eine tägliche Zusammenarbeit, aber in der gleichen Rolle, dass ich ein bisschen im Hintergrund bin, wir haben ja gesagt, so Stefan und ich, so ein bisschen so mit einem Augenzwinkern, wir sind so eine Art dritter Mitgründer irgendwie im Hintergrund, wie so ein Shaddow Co-Founder, ich weiß gar nicht, ob es das Wort gibt so, aber wir haben gesagt, wir helfen da mit, aber wir treten jetzt in der Firma nicht groß auf, wir treffen da keine Entscheidungen, wir führen da keine Mitarbeiter. Aber sind eben wie so ein Fußball Coach irgendwie immer an der Seitenlinie und probieren zu helfen und dafür zu sorgen, dass die Firma eben schneller wächst, dass weniger Fehler gemacht werden und dass man auf bestehende Erfahrungen und Kontakte zurückgreifen kann.

Fabian Tausch: Was waren die ersten Sachen, die ihr so als Grundlagenarbeit, nenne ich es mal, mit den Gründern gemacht habt? Worüber habt ihr gesprochen? Was habt ihr festgelegt, definiert? Was war dir oder auch… dir und Stefan ganz am Anfang besonders wichtig?

Feliks Eyser: Ja. Also bevor wir überhaupt angefangen haben, eine Firma zu gründen und ein Produkt zu bauen, wollten wir den Markt testen und das kling total logisch, aber ich muss dazu sagen, die beiden Gründer, mit denen wir das machen, die sind Techies und sind super gut darin, Produkte zu bauen, dabei habe ich ihnen davor geholfen, so habe ich die kennengelernt. So und da ist es erst mal nicht so intuitiv zu sagen, wir bauen jetzt überhaupt kein Produkt, sondern wir rufen einfach mal hundert potenzielle Kunden an und probieren, ein Produkt zu verkaufen, was es nicht gibt. Das war das Allererste, was wir gemacht haben und da haben wir so den ersten Monat etwa damit verbracht.

Wir haben keine Firma gegründet, wir haben keine einzige Zeile Code geschrieben, wir haben auch nicht angefangen, irgendwie zu überlegen, wer investiert jetzt wie viel Geld oder irgendwas, sondern wir haben gesagt, wir testen jetzt erst mal den Markt, wir verkaufen ein Fake Produkt, das einer der Gründer an einem Tag quasi zusammengebaut hat, in Figma. Also quasi eine Oberfläche, die keine Funktion hat, sah so aus wie ein Produkt, aber hat nicht funktioniert und wir haben gesagt, das wollen wir jetzt erst mal verkaufen. Und dabei A) raus finden, wie tickt der Markt und wie ticken die Kunden, gibt es da überhaupt Bedarf. Und B) auch in der Zeit raus finden, funktionieren wir als Gründungsteam, wir haben gesagt, wir müssen jetzt gar keine GmbH gründen oder irgendwas, wenn wir uns nicht verstehen und wenn wir da nicht auf einer Wellenlänge sind, wenn diese vier Faktoren, die mir zum Beispiel wichtig sind, nicht erfüllt werden so, dann müssen wir gar nicht erst weiter machen, dann kann die Opportunity geil sein und das Geschäftsmodell, aber dann macht es keinen Sinn.

Deswegen wollten wir am Anfang uns sozusagen als Team kennenlernen und raus finden, braucht der Markt denn was wir uns da ausgedacht haben so. Und am Ende des Monats haben wir glücklicherweise die Feststellung gehabt, beides funktioniert, wir harmonieren gut als Team, ergänzen uns da tatsächlich auch sehr gut und gleichzeitig hatten wir mit diesem Fake Produkt so eine Art Vertriebs Funnel simuliert, also ich glaube, wir haben so 800 Emails raus geschickt an potenzielle Kunden, dann mit so hundert etwa wahrscheinlich Kontakt gehabt, 40, 50 Demos durchgeführt, also Demos in Anführungszeichen, denen eben dieses Fake Produkt gezeigt so.

Und ich glaube, 12 oder 13 von diesen potenziellen Kunden haben dann einen LoI unterschrieben, also Letter of Intent und gesagt, ich wäre bereit, dieses Produkt zu kaufen, für einen Preis von X Euro pro Jahr so, wenn ihr das fertig gebaut habt, so in etwa. Also und das hat uns ein gutes Gefühl dafür gegeben, dass das eben nicht nur eine gute Idee in unserem Kopf ist, sondern tatsächlich eben echte Kunde wahrscheinlich bereit sind, dafür Geld auszugeben, das war so das Allererste, was wir gemacht haben.

Fabian Tausch: Ich glaube tatsächlich, dass wie im Kopf jeder weiß, was das so… also der sich ein bisschen damit beschäftigt hat, irgendwie mal von einem Start Up gehört oder die klassischen Bau, entweder ein MVP oder einen Test einfach mal, aber ich glaube, dann selber wirklich ehrlich zu sich zu sein und zu sagen, ich muss damit anfangen und diese Arbeit reinzustecken, bevor man das Produkt baut, ich glaube, da scheitern viele Leute dran. Und das liegt auch irgendwie so ein bisschen daran, dass jeder irgendwie so ein bisschen verliebt ist, in das was er vor hat so…

Feliks Eyser: Total.

Fabian Tausch: Ich finde es faszinierend, weil man das irgendwie so ein bisschen… man setzt es manchmal als Allgemeinwissen voraus, man muss natürlich zugeben, nicht jeder kann es wissen, aber ich glaube auch…

Feliks Eyser: Aber ich glaube auch, mehr Leute wissen es als es machen tatsächlich so, also jeder weiß, dass man das irgendwie testen sollte und am Ende machen es doch nicht alle so. Weil man, wie du sagst, dann ist man verliebt in seine eigene Idee, dann denkt man so, ja, das geht vielleicht irgendwie mit… keine Ahnung, irgendein E-Commerce Case [unverständlich 00:31:09 geht es nicht so und dann baut man doch ein Produkt, dann will man doch nochmal ein Feature dazu nehmen, weil man denkt, das ist wichtig für den Verkauf und so weiter, es gibt da ganz viele Ausreden. Und ich glaube, am Ende steckt dahinter die Angst zu realisieren, dass es nicht funktioniert.

Also man denkt sich was Schönes aus und ist dann irgendwie verliebt in seine eigene Idee und will ja nicht hören, dass es nicht funktioniert, das will ja keiner hören. Aber es ist ja gut es zu hören, so früh wie möglich so, weil nach einem Jahr bringt die Info natürlich weniger und dann habe ich ein Jahr Zeit verschwendet. Und deswegen haben wir an der Stelle wirklich sehr konsequent gesagt, wir machen es als Allererstes so und fassen irgendwie das Produkt und Code und so weiter gar nicht an. Aber wie du sagst, meine Beobachtung ist auch, die wenigsten machen das sehr konsequent.

Fabian Tausch: Ich glaube, es ist auch immer, wie du sagst, so ein Unterschied, in welcher Branche man ist. Du hast gerade gesagt, so oh vielleicht klappt das mit dem E-Commerce, aber mit meinem nicht, ich glaube, das ist das Eine womit man versucht, sich zu rechtfertigen. Aber in dem Moment wo ich, also ich nehme jetzt mal ein Beispiel, wenn ich jetzt überlegen würde, eine social Media App zu bauen, dann wüsste ich zum Beispiel schon wieder gar nicht, wo fange ich eigentlich mit an, um das zu testen. Also so, weil also vielleicht müsste ich auch anders anfangen, weil wenn man sich anguckt, wie social Media Apps entstanden sind, dann meistens mit einem Tool, das dann used Case wurde und dann irgendwie in social Media, weil genug Nutzer.

Aber ich glaube, da fehlt manchmal so dieses Verständnis für wie haben größere Unternehmen eigentlich selbst angefangen und dann wie kann ich das nutzen, um selber zu verstehen, was ich eigentlich erfragen muss. Also nach welchen Kriterien entscheidest… also bei Software und Service entscheidest du wahrscheinlich nach wie viele Kunden sagen am Ende „kauf‘ ich“ oder „will ich kaufen“. Oder wonach würdest du entscheiden?

Feliks Eyser: Ja, man lernt ja verschiedene Dinge bei diesen Tests. Also A) sagen natürlich okay, eine bestimmte Anzahl von Leuten, ja ich kaufe, man lernt über die Branchen. Wir haben zu Beispiel bewusst ganz verschiedene Branchen abtelefoniert und gemerkt bei den einen war es eben mehr, bei den anderen weniger. So Elektriker springen mehr drauf an und Steuerberater irgendwie weniger zum Beispiel oder andersrum. Und man lernt natürlich auch über die Features, so wie du gesagt hast, wenn man denen ein Produkt zeigt, ist es natürlich mit so einem Fake Product viel einfacher, verschiedene Features rein zubauen, weil man die ja nicht entwickeln muss so und dann raus zu finden, wo stellen die die meisten Fragen, was verstehen die, was verstehen die nicht und so.

Also man lernt ja unheimlich viel auch für die Produkt Roadmap, indem man mit echten Kunden spricht. Und das schärft einfach immer den Blick auf das, was man da bauen will, egal ob es eine social Media App ist oder irgend so ein physisches Produkt oder irgendwas anderes.

Fabian Tausch: Andere Frage, ist Telefonakquise immer noch the number one thing? Oder was für Wege habt ihr alles verwendet?

Feliks Eyser: Ja, ist bestimmt nicht the number one thing, also wenn man sich drauf verlässt quasi nur kalt irgendwie anzurufen und zu sagen, hallo hier bin ich und ich würde dir gerne irgendwas verkaufen so, das ist wahrscheinlich schwierig. Für Research war es für uns total okay, da kriegt man die Leute dran, aber der Pitch war auch nicht hey, wir wollen die irgendwas verkaufen, sondern hey, guck‘ mal, wir machen da gerade Forschung und so, kannst du uns ein paar Fragen beantworten, so eher auf die Tour.

Ich glaube, am Ende ist es eine Mischung, also jetzt im B2B SaaS Bereich, bei der Zielgruppe, die haben, kleine Unternehmen, da jetzt nur drauf zu hoffen, dass die irgendwie self service, sich irgendwie anmelden, nur durch Marketing das irgendwie hoch skalieren kann, das glaube ich auch nicht. Am Ende ist es eine Mischung, wahrscheinlich eine Mischung aus Inbound Marketing, Facebook, Google, andere social Kanäle und dann eben auf der anderen Seite vielleicht ein Call Center, vielleicht Vertriebsmitarbeiter, die Beratungen durchführen so und den Kunden erklären, wie es funktioniert so.

Weil gerade in der Zielgruppe, mit der wir da arbeiten, kleine Unternehmen, die sind nach wie vor nicht so affin für technologische Produkte so. Die merken alle, dass es extrem wichtig ist, aber es ist auch nicht so, dass sie sofort irgendwie alles verstehen, sich selber anmelden, Kreditkarte eingeben und irgendwie ihre Daten importieren, sondern man muss denen schon helfen und ist am Ende aber auch für das Geschäftsmodell ein Asset beziehungsweise auch eine Eintrittsbarriere für andere sozusagen, man hat eine Vertriebsorganisation und kann eben auch ein paar hundert Kunden im Monat onboarden so. Und ist eben nicht quasi nur auf Inbound Marketing zum Beispiel angewiesen, bei uns ist es eine Mischung.

Fabian Tausch: Warst du da auch vor allem auf die Research Phase bezogen, aber grundsätzlich auch, um da nochmal drauf zu kommen, dass du meintest, okay, die sind zwar affin und wissen, also im Sinne von sie wissen, dass sie es brauchen, aber sie wissen noch nicht, was sie brauchen. Es gibt ja auch unendlich Tools, also egal für was du guckst, dann findest du 17 Tools und dann weißt du trotzdem nicht, was das Beste ist, also da fehlt ja manchmal auch die Vergleichbarkeit und da ist es ja natürlich dann besonders wichtig irgendwie.

Feliks Eyser: Ja. Gerade da ist es um so wichtiger, dass man so einen Vertrieb hat, irgendwie einen Menschen hat, dem man eine Frage stellen kann. Weil stell‘ dir vor, du bist jetzt nicht Fabian, der Podcaster, sondern du bist jetzt irgendwie Erwin, der Schreiner und irgendwie 20 Jahre älter so oder noch älter und dann siehst du die 17 Tools, du weißt ja gar nicht, wo du anfangen sollst. Dann kommen die aus den USA, dann denkst du irgendwie nach über Datenschutz hier und Sicherheit und dann steht da irgendwie in der Cloud gehostet, dann weißt du nicht, was das jetzt wieder bedeutet und so.

Also meine Erfahrung ist, gerade bei Selbstständigen, bei kleinen Unternehmern, die können super von dieser ganzen Welt an Technologie und Möglichkeiten profitieren, aber es ist gar nicht so einfach, da den Einstieg zu finden, wenn man damit nicht groß geworden ist. Und das sehen wir als unsere Aufgabe, da auch so ein bisschen Übersetzungsleistung sozusagen zu erbringen und kleinen Unternehmen diesen Einstieg zu ermöglichen. Das war bei RegioHelden im Übrigen genau das Gleiche.

Fabian Tausch: Ja, auf jeden Fall. Jetzt habt ihr eure Research Phase gemacht…

Feliks Eyser: Ja.

Fabian Tausch: Und dann habt ihr gemerkt, okay, wir haben hier 12, 13 Letters of Intent, sieht aus als ob wir ungefähr wissen, was wir als erstes bauen müssten, dass wir die ersten Leute hätten, die dafür Geld überweisen würden. Wie seit ihr weiter vorgegangen? Was waren die nächsten Schritte? War direkt so, jo, wir machen jetzt die Firma oder worüber habt ihr als erstes gesprochen? Was waren weitere Dinge, die ihr festlegen musstet?

Feliks Eyser: Ja. Der nächste Schritt war Firma gründen und Fund Raising, Fund Raising, weil wir gesagt haben, okay, wir scheinen was gefunden zu haben, was funktioniert, wir haben da diese zehn, 12 Leute, das ist jetzt nicht die Welt, das ist ein ganz kleines Sample, aber es gibt uns ein gutes Gefühl dafür, dass wir da weitermachen wollen. Und um weiter zu machen, haben wir gesagt, jetzt brauchen wir ein bisschen Kapital, nicht viel, aber zumindest, dass wir Leute einstellen können, dass wir das Produkt bauen können, dass wir einen Vertrieb anfangen können zu testen, ein, zwei Mitarbeiter einstellen können.

Und so haben wir gesagt, wir machen eine Preceed Finanzierungsrunde und haben da so um die 500.000 ge-raised, eine halbe Million etwa, um einfach zu zeigen, dass man das eben wirklich mit einem echten Produkt auch replizieren kann. So und dafür haben wir bewusst nicht mit Venture Capital Fonds gesprochen, weil das für die Meisten zu früh ist, die wollen mehr sehen, dass irgendwann schon tatsächlich funktioniert, vielleicht erste Umsätze da sind. Deswegen haben wir mit Business Angels geprochen, Leute, die wir aus unserem Umfeld schon mehrere Jahre kennen und mit denen wir auf eine sehr pragmatische Weise so eine Finanzierungsrunde durchführen konnten.

Und da hat sich dann auch wieder gezeigt, dass diese Konstellation, die wir gewählt haben, so zwei Gründer, die das operativ machen, super Produkt affin sind so, aber jetzt kein Netzwerk hatten, was Finanzierungen angeht, in Kombination mit so ein bisschen den Kontakten, die Stefan und ich mitgebracht haben, einer Reputation in einer Weise und zu dem Know How, dass das sehr gut funktioniert hat. Wir haben diese Finanzierungsrunde in sieben Tagen abgeschlossen, sechs Tagen glaube ich sogar, so. Und das hört sich natürlich erst mal gut an und irgendwie war das beeindruckend, auf der anderen Seite muss man sagen, so eine Finanzierungsrunde in sechs Tagen abzuschließen, ist das Ergebnis von zehn Jahren Arbeit oder 15 Jahren und Kontakte aufbauen und sich die Reputation aufbauen, das hat in jedem Fall sehr funktioniert.

Deswegen für uns war so ein bisschen die Denkweise, was brauchen wir, um auf das nächste Level zu kommen. Nächstes Level heißt, wir haben ein Produkt, wir haben die ersten echten zahlenden Kunden, wir haben dem Vertrieb gezeigt, dass das Ganze auch wirklich funktioniert mit echten Euros und nicht mit LOE’s und so. Und wir haben uns überlegt, wie viel Geld brauchen wir dafür, so kam diese Zahl zustande und haben gesagt, okay, was ist der einfachste Weg da ran zu kommen und diese Preceed Runde war das und da haben wir dann auch nicht lange rum gemacht, wir haben dann auch nicht gesagt, wir fangen jetzt an, erst mal drei, vier Wochen lang irgendwie weiter zu validieren oder irgendwie so ein halbes Produkt zu bauen, sondern wir haben gesagt, okay, Kurs Korrigierung… das war eigentlich keine Kurs Korrigierung, sondern eher sozusagen, neue Priorität. Jetzt einmal einen Fund Raising Modus, 500K raisen, um dann wieder in den Modus zu gehen, Produkt bauen und zeigen, dass es wirklich funktioniert. Und das haben wir dann die weiteren zwei Monate gemacht.

Fabian Tausch: Jetzt 10 bis 15 Jahre Erfahrungen und Reputation aufbauen und breites Netzwerk, worauf hast du geachtet bei den Business Angels? Mussten die irgendwie strategisch passen? Mussten die Vorerfahrungen aus den ähnlichen Bereichen mitbringen? Waren es auch teilweise einfach Leute, deren Meinung dir wichtig ist? Wie habt ihr gewählt?

Feliks Eyser: Ja, also vor allem würde ich sagen, hohe Integrität und die wissen, was sie machen, also sprich Leute, die schon viele Business Angel Investments gemacht haben also und damit professionell umgehen. Ich will in so einer Phase keinen Angel Investor drin haben, der zum allerersten mal ein Investment macht so, der achtet da ganz anders drauf oder hat da vielleicht andere Fragen, andere Befindlichkeiten, so. Also wir haben gesagt, wir holen da Profis rein, also die wissen, was sie tun, jeder von denen hat bestimmt schon 20, 30 oder noch mehr Investments gemacht, hohe Integrität, wir kennen die Leute sehr gut so. Die supporten uns, aber da wird uns auch keiner irgendwie auf die Nerven gehen, auch ganz wichtig.

Die können Türen öffnen, also die meisten… alle von denen haben eine sehr gute Reputation, manche sind drüber hinaus auch recht bekannt in der Szene, so das hilft natürlich auch so. Und jetzt irgendwie Erfahrungen in dem Bereich, in dem wir da unterwegs sind, würde ich sagen, is nice to have, aber keine Grundvoraussetzung. Das haben wir anders gelöst, wir haben gesagt, es ist uns tatsächlich auch wichtig, Leute zu haben, die sehr spezifische Erfahrungen haben, zum Beispiel im B2B SaaS, zum Beispiel wie man so ein Produkt baut, zum Beispiel im Vertrieb von solchen Produkten. Und deswegen haben wir zusätzlich zu den Angels von Anfang an so eine Art Advisory Board aufgebaut, also Advisor rekrutiert die teilweise auch investiert haben, also einer von denen ist sozusagen gleichzeitig Business Angel und Advisor, der hat dann so was wir 25.000 investiert von seinem eigenen Geld und dann nochmal 25.000 sozusagen gekriegt in Form von Anteilen dafür dass er uns über eine gewisse Zeit operativ unterstützt so.

Und in dem Fall war das eine Überschneidung, aber wir haben auch Advisor rekrutiert, die eben nicht investiert haben, weil die jetzt vielleicht nicht so die Mittel dafür haben, aber trotzdem super relevante Erfahrungen beisteuern konnten und für uns in dem Fall sehr wertvoll sind und beides haben wir im gleichen Zuge gemacht. Deswegen war es bei den Angels gar nicht so wichtig, dass die sozusagen Domain Expertise haben, wir haben einfach drauf geachtet, dass das gute Leute sind, mit denen wir gerne arbeiten und die wissen, was sie tun. Wir haben auf der anderen Seite gesagt, wenn wir absolute Experten rein holen wollen, die uns helfen können, auf dem Weg irgendwas besser zu machen, schneller zu sein, dann müssen die gar nicht unbedingt viel Geld investieren, dann geben wir denen gerne ein paar Anteile for free, nicht for free, sondern im Tausch sozusagen für Beratungsleistungen, für eine Advisory Rolle.

Fabian Tausch: Okay. Auch ein sehr spannendes Modell, was wahrscheinlich, ich weiß gar nicht, wie unüblich oder üblich das ist, das kriegt man meistens nicht so mit, wenn es üblicher sein sollte. Weil natürlich die Leute oft nur drüber sprechen wer war irgendwie Lead Investor und wer waren so die zwei, drei größten Investoren oder die der Angel dann vielleicht selber postet, weil der gerade sagt, hey, ich will auch was von den Lorbeeren, das sie gerade in der Runde ge-raised haben. Aber gerade so dieses Advisory Team hat es… bei RegioHelden hattest du auch schon Advisors ab dem [unverständlich 00:42:36 Zeitpunkt…

Feliks Eyser: Ja, ja. Und teilweise auch Leute, die jetzt wieder dabei sind, bei dem neuen Thema.

Fabian Tausch: Weil auch da, ich glaube oftmals ist es so, dass… also du hattest dazu mal einen LinkedIn Post gemacht ein bisschen ausführlicher oder einen Screenshot Essay, einen Media Artikel, irgendwas hast du da mal dazu gemacht…

Feliks Eyser: Ja.

Fabian Tausch: Wo du darüber gesprochen hast, warum das halt auch Sinn macht, die dementsprechend zu vergüten, weil das sind ja trotzdem Leute, die investiert sein sollten, also im Sinne von teilweise sich einkaufen, teilweise eben mit Zeit immer mehr in die Idee investieren, immer mehr in das Team et cetera und sich einbringen.

Feliks Eyser: Ja.

Fabian Tausch: Und ganz ehrlich, heutzutage kriegt jeder so viele Anfragen, wenn die Leute da nicht irgendwie auch von profitieren, dann ist es sowieso schwierig, die bei Laune zu halten, sage ich jetzt mal.

Feliks Eyser: Ja. Das ist tatsächlich eines meiner größten Prinzipien oder eine der Sachen, die ich gelernt habe in RegioHelden, wie wertvoll es sein kann, Mitstreiter an Bord zu haben, die vielleicht irgendwie zehn, 20 Jahre weiter sind, Kontakte haben, es schon mal gemacht haben. So, ich habe extrem viel gelernt von anderen Unternehmern, aber eben auch von Mentoren und habe mir da über die Zeit mühsam quasi verschiedene Advisor über die Jahre sozusagen rekrutiert. Und wir hatten zum Beispiel einen Advisor rein geholt, den Andreas, Andreas Allbart, heißt der. Der war davor Vorstandsvorsitzender von einem unserer Wettbewerber, also einem Unternehmen, die auch in dem Markt waren, die waren deutlich größer, zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich zwei-, dreitausend Mitarbeiter großer Laden.

Und der Andreas war da raus gegangen, ein bisschen vorher, ein Jahr vorher oder so und ich habe den über meinen Mentor kennengelernt und letztendlich bei uns rein geholt als Beirat, mit genau so einem Deal. Der hat auf der einen Seite privates Geld von sich investiert und auf der anderen Seite Anteile dazu bekommen, dafür, dass er bei uns in den Beirat gekommen ist. Und das hat extrem geholfen, weil wir einfach jemanden hatten, der dieses Geschäftsmodell, das wir gemacht haben, einfach auf einer Skala von 10XL schon mal gesehen hat und uns quasi sagen konnte, was zwei Kurven weiter passieren wird sozusagen so, worauf wir achten sollten. Das war extrem wertvoll auf der strategischen Ebene, aber zum Beispiel auch auf einer sehr operativen Ebene, wie der Vertriebsaufbau funktionieren kann, wie man Vertriebsmitarbeiter vergütet, was gute Recruiting Channels sind, um Mitarbeiter zu finden.

Also auch selbst solche taktischen Elemente, die wir dann in Workshops quasi gemeinsam erarbeitet haben, also dabei hat er enorm geholfen. Und er hat geholfen bei Finanzierungsrunden, die wir durchgeführt haben, also einer unserer späteren Investoren kam über den Andreas rein, die haben sogar eine Firma mitgebracht, die wir kaufen konnten und bei uns integriert haben so, das war auch super. Und letztendlich hat der Andreas den Kontakt zu Ströer hergestellt, also er hat irgendwann gesagt, hey, ich sitze hier mit meiner Zeitung, ich lese gerade hier über Ströer so, die investieren da irgendwie immer mehr in Lokalvertrieb steht hier drin, in der FAZ damals. Das war so super, wusste ich, dass jemand FAZ liest, also… und das hat dann wirklich, ich habe sie nicht gelesen und so. und das hat uns geholfen, weil er dann den Kontakt gemacht hat und so haben wir letztendlich die Firma an Ströer verkauft.

Also man kann gar nicht beschreiben, wie viel Wertbeitrag durch den Andreas kam und der hat uns ja sogar noch dafür bezahlt, der hat ja sogar Geld mitgebracht sozusagen. Also das ist so das wo man von außen sagt, es geht ja gar nicht besser, deswegen empfehle ich immer allen Gründern, mit denen ich arbeite, zu überlegen, wer können die Leute sein, die durch ihre Kontakte, durch ihr Know How das Unternehmen einfach deutlich voranbringen können und wie kann man die an das Unternehmen binden. Nicht indem man die jetzt irgendwie anstellt als Mitarbeiter, sondern indem man die als Advisor von außen rein holt, vielleicht investieren lässt, denen vielleicht Anteile gegen sozusagen Beratung zur Verfügung stellt. Und das ist genau die Sache, die wir jetzt bei der neuen Firma von Anfang an umgesetzt haben, dass wir gesagt haben, was sind die wichtigen Bereichen in dem Unternehmen, was sind die wichtigen Funktionen, Sales, Product, Tech zum Beispiel und für jede von diesen Säulen haben wir einen hochkarätigen Advisor rein geholt, von Anfang an. Das haben wir im dritten Monat gemacht und das würde ich immer wieder so machen.

Fabian Tausch: Ich glaube, was da auf jeden Fall wichtig ist, ich glaube, man… also in jungen Jahren hat man immer so ein bisschen Angst, was vom Kuchen abzugeben, glaube ich. Also gerade so bei der ersten Firma, erstens weil man nicht weiß, was bedeutet das später, man dann auch manchmal nicht einschätzen kann, wer kann was, wer kann nichts und was man halt macht ist automatisch erstens man holt sich halt Augen, die mit drauf gucken, man holt sich Netzwerk mit rein. Weil am Ende, wie du sagst, dann war Andreas da, der hat dann mal geguckt, ach Ströer guckt und kauft mehr Lokalvertrieb, oh cool, ich kenne RegioHelden, ich bring‘ die zusammen und Zack so was passiert, weil halt jemand drauf guckt, der die Erfahrung hat, der das Netzwerk hat und so weiter. Was ja… was man unterschätzt, weil es halt auch manchmal sich erst teilweise später auszahlt, teilweise früher, je nach dem, wie man es dann einbindet.

Feliks Eyser: Man kann es komplett unterschätzen und vor allem auch den Impact, den so eine Intro dann haben kann, weil die kannten sich natürlich auch, der Andreas und der Udo von Ströer, der Vorstandsvorsitzende so, der hat die Intro gemacht, 20 Minuten später klingelt mein Telefon und sagt, hallo hier ist Büro Müller, der Herr Udo Müller würde sie gerne sprechen so. Ich so okay, ich bin da aus allen Wolken gefallen, da ruft der Vorstandsvorsitzende von so einem börsennotierten Unternehmen da irgendwie an so. Und einen Tag später hatte ich dann den Termin so, um mich da irgendwie vorzustellen, um dem den RegioHelden zu pitchen. Also es ging halt auch recht schnell so.

Der Deal war dann erst ein Jahr später, das war eine andere Sache so, aber diese Intro aus einer vertrauenswürdigen Quelle hat natürlich extrem geholfen. Und wenn da irgendjemand anderes gekommen wäre und die Intro gemacht hätte und nicht der Andreas, dann wäre das vielleicht irgendwo unter gegangen, also auch das ist glaube ich eine Sache, die man im Zweifel unterschätzt, was es bedeutet, Leute zu haben, die halt schon Connections über zehn Jahre aufgebaut haben, 20 Jahre, 30 Jahre.

Fabian Tausch: Auch super wichtig, wenn man selber noch kein großes Netzwerk hat und…

Feliks Eyser: Auf jeden Fall.

Fabian Tausch: … Investoren gewinnen möchte. Also auch nochmal für das Fund Raising an sich auch super wichtig.

Feliks Eyser: Genau.

Fabian Tausch: Da haben wir glaube ich im letzten Interview ein bisschen mehr drüber gesprochen. Aber da, wenn man selber noch nicht vernetzt ist, frühzeitig drum kümmern, entweder die Leute kennenzulernen, bevor man das Investment braucht oder eben sich auch Intros organisieren zu können.

Feliks Eyser: Genau.

Fabian Tausch: Also weil sonst die kriegen halt tausend Pitch [unverständlich 00:48:31 im Jahr…

Feliks Eyser: Und Fund Raising ist… da geht es um Vertrauen. Da geht es um Trust so und das baut man nicht von einem Tag auf den anderen auf. Also deswegen diese Finanzierungsrunde, die wir da irgendwie in sechs Tagen über die Bühne gebracht habe, so wie gesagt, war die Arbeit von irgendwie zehn Jahren Vertrauen aufbauen davor und per Definition wenn man first time Founder ist und nur noch wenig Leute kennt, dann geht das natürlich nicht von einem Tag auf den anderen. Und da macht es total Sinn, zu partnern mit Leuten, die das halt schon gemacht haben, die eine gute Reputation haben, die auch was zu verlieren haben so, wo dann halt eine Intro im Zweifel auch etwas zählt.

Fabian Tausch: Ja, auf jeden Fall. Dann habt ihr ja Fund Raising gemacht, dann habt ihr irgendwie in eurer… in der Woche die halbe Million eingesammelt, habt dann… habt ihr in dem Zuge die Firma gegründet? Habt ihr das davor gemacht, um dann…

Feliks Eyser: Ja, das war dann alles so dieser eine Monat. Also Juni der Markttest, Juli dann direkt die Firma gründen, Fund Raising, Verträge sauber machen, Büro suchen, die ersten Mitarbeiter einstellen so und im August waren es dann sieben, acht, neun Leute oder so, also ein kleines Team, aber genug, um tatsächlich die Produkte zu bauen. Also das war dann so August, September Produkt bauen, die ersten Vertriebler einstellen, Lead Funnel aufbauen, also zu überlegen, was für Unternehmen will man anrufen, wie will man an die ran treten, per Email zum Beispiel. Wie funktioniert Inbound Marketing, diese ganzen Sachen und die, die diese Vertriebsmaschinerie schon mal ins Rollen bringen und parallel eben die erste Version vom Produkt bauen.

Und da haben wir auch gesagt, wir wollten uns bewusst eine sehr enge Timeline setzen so, es gibt viele Firmen, die bauen dann erst mal ein Produkt irgendwie ein, zwei Jahre so und manche Sachen sind auch komplizierter, muss man sagen, aber ich glaube daran, dass man auch eben eine sehr abgespeckte Variante, also so ein echtes MVP, so ein echtes Minimum Viable Product tatsächlich auch schon für Geld verkaufen kann so. Und das wollten wir raus finden, ob das geht, deswegen haben wir beides bewusst parallel gemacht und uns selber auch auf eine Weise unter Druck gesetzt, ja, wir hatten dann plötzlich Vertriebsmitarbeiter da sitzen, so die brauchen natürlich die Produkte so und durch diesen positiven Druck haben wir das dann auch hingekriegt, innerhalb von wenigen Wochen da die erste Version zu launchen.

Fabian Tausch: Ja, ein Beispiel für lange Produktentwicklung, das heißt nicht, dass es ein schlechter Ansatz ist, aber ist Pitch.com gewesen in den letzten Jahren, irgendwie vor zwei Jahren groß Welle gemacht, dass sie irgendwie super viel Geld ge-raised haben, jetzt ist [unverständlich 00:50:50 natürlich nicht first time Founder, sondern hat [unverständlich] ja schon erfolgreich verkauft, dann hat er sich ein bisschen Zeit genommen und dann Pitch.com announced mit irgendwie direkt 20 Millionen Finanzierung, so was. Und inzwischen sind die bei 50 Millionen, die sie eingesammelt haben, die haben vor zwei Monaten oder so ihre wirkliche Launch gemacht oder vor einem Monat. Das ist schon so das komplette Gegenteil sage ich mal, von dem, wie ihr es gemacht habt.

Feliks Eyser: Ja. Aber auch völlig legitim würde ich sagen, also ich habe da ganz großen Respekt davor, wie dieses Produkt jetzt aussieht und ich glaube, der weiß da auch ganz genau was er macht also. Und welche Leute er da rein holen will und ich glaube, für die Art von Geschäftsmodell ist das auch genau das Richtige. Weil da jetzt auch niemand kommt, der da jetzt irgendwie dazwischen irgendwie schneller ein anderes Pitch.com launched und dann eben Wettbewerb macht und so. Und deswegen habe ich gesagt, es gibt Sachen, die brauchen länger.

Ich glaube, bei Pitch.com ist mein Eindruck von außen, dass das halt auch ein extremst hohen Qualitätsanspruch hat so und auf Weltklasse Ebene da spielen will so und das dauert einfach länger. Das ist ein andere Ansatz, als den wir jetzt hier fahren, zu sagen, wir wollen einfach schnell Customer Feedback, schnell lernen und tatsächlich auch erste zahlende Kunden haben so. Ich glaube, das schließe ich nicht aus, das ist auch so eine Stilfrage.

Fabian Tausch: Das auf jeden Fall, ich habe ja auch gesagt, das heißt nicht, dass es schlecht ist, sondern es ist einfach nur ein contraires Beispiel davon wie gesagt…

Feliks Eyser: Ja. Aber es geht beides. Man kennt eher die Variante, man kennt eher die Pitch.com Vatiante, ich schließe mich ein, zwei Jahre ein, baue ein Produkt und dann gehe ich raus. Aber es gibt eben auch die Variante, wir launchen innerhalb von wenigen Wochen so und fangen da an, an echtem Kunden Feedback zu lernen und zu wachsen.

Fabian Tausch: Stand heute, Mitte November, was sind so die… Was sagt die Roadmap für die nächsten Monate? Einfach Vertrieb Produkt weiter entwickeln oder worauf legt ihr gerade Wert?

Feliks Eyser: Ja, wir haben da einiges vor, sagen wir es so. Wir haben genug Themen auf der Uhr, auf der Produkt Roadmap so, was wir jetzt gelernt haben, aus den ersten Kunden und da wird es auf jeden Fall weitergehen und ansonsten ist das Thema Organisationsaufbau, Hiring, Fund Raising, das sind Themen, die auf der Agenda stehen.

Fabian Tausch: Was war… also du hast gesagt, du hast zwei Tech Co-Founder drin, der eine wahrscheinlich Design Front End mäßig, der andere wahrscheinlich irgendwie Back end. Aber was waren die ersten Positionen, die ihr drum herum ge-hired habt, als ihr das Geld hattet?

Feliks Eyser: Developer zum einen, back end developer, front end developer, also die sich voll auf ihre Bereiche konzentrieren können und zum anderen würde ich sagen, generalistische Praktikanten und generalistische Assistenten würde ich mal sagen. Ich bin ein großer Freund davon, ich sage mal so, entrepreneurial Assistents einzustellen, also Leute, die halt einfach Bock haben auf Start Up, Bock haben zu lernen, Bock haben in der frühen Phase, in so einer Chaos Phase dabei zu sein, mit den Gründern zu arbeiten und von denen zu lernen. Und das waren so die ersten Hires, die wir gemacht haben, um den Sales Prozess zu defininieren.

Und im zweiten Schritt haben wir dann so ein bisschen so das ganze Thema CRM und Outreach, Email Marketing und diese ganzen Sachen, die so mal in einer Basisvariante definiert waren, dann haben wir die erste beiden Vertriebsmitarbeiter rekrutiert, die auch tatsächlich mit den Kunden telefonieren, Beratungsgespräche durchführen und so weiter. Das ist jetzt aktuell die Organisation, sind so kapp zehn Leute.

Fabian Tausch: Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Gründern genauer aus? Also du hast gesagt, ihr sprecht natürlich viel auf täglicher Ebene, weil du viel im Office bist, aber was sind so aktive Parts, die ihr eingebaut habt, dass die auch wirklich dann mal kondensiert Feedback bekommen, gemeinsam mit euch an Themen arbeiten, Themen aufarbeiten. So, was sind da die Regelmäßigkeiten, die ihr eingebaut habt?

Feliks Eyser: Ja. Es kommt so ein bisschen auf die Phase an, es gibt intensivere Zeiten, wie zum Beispiel die Fund Raising Phase, mehrmals am Tag Abstimmungen. Und super intensiv auch zum Beispiel solche Geschichten wie designed man Pitch Stellen, wie bringt man die Story gut rüber, wie bereiten wir uns auf Termine vor und so weiter so, also sehr enge Coaching Sessions mit viel Zeit. Jetzt in der Produktentwicklung, da haben wir uns stark raus gezogen und eher Erfahrungen geteilt und eher ein bisschen Guidance gegeben und probiert da nicht zu sehr einzugreifen so, das wissen die beiden sehr gut.

Bei Themen wie Strategy beispielsweise, das war auch eine Sache, die wir recht früh gemacht haben, nach dieser Preceed Runde, haben wir so das erste, ich sage mal so Strategy offsite gemacht und drei Tage raus gezogen, waren auch auf Mallorca, haben da unser Häuschen und haben angefangen nochmal über personal Values zu gehen, zu Company Values zu Strategy, zu OKR’s, das ist viel auf einmal oder so, aber ich [unverständlich 00:55:36 kurz auf. Im Endeffekt haben wir uns da drei Tage intensiv zusammengesetzt, um quasi die Grundlage von der Firma einmal gemeinsam zu definieren, wir wollten da am Ende raus gehen mit einer klaren Strategie und klaren Zielen und klaren Company Values, wofür steht die Firma eigentlich, wie wollen wir arbeiten, was macht die Kultur aus.

Und das war auch eine Sache, bei der wir stark geholfen haben, Stefan und ich, weil wir das eben schon zigmal rauf und runter gesehen haben. Weil das wichtig war für uns alle vier, das von Anfang an einmal sauber zu definieren, deswegen haben wir erst mal angefangen, eine Übung zu machen, personal Values zu ermitteln, haben das überfuhrt. Dann haben wir überlegt, was ist der gemeinsame Nenner, was wollen wir in der Firma verankern, was können Company Values sein, haben dann tatsächlich mal explizit über Strategie nachgedacht. Also Strategie im Sinne von, was passiert am Markt, was wollen wir erreichen mit der Firma und was müssen wir dafür tun, haben das wirklich runter geschrieben und gemeinsam erarbeitet.

Und daraus abgeleitet dann Ziele festgelegt, OKR’s und das ist zum Beispiel auch eine Sache, wo wir sehr intensiv geholfen haben, weil wir einfach, wie gesagt, viel gesehen haben und Frameworks haben und helfen konnten, das von Anfang an sauber aufzusetzen, dass eben so was wie Strategy und Ziele nicht irgendwie die Sache ist, die im hundertsten oder im tausendsten irgendwie unter geht so, oder mal nebenher gemacht wird und in irgendeiner Schublade irgendwie liegt, sondern dass das wirklich einmal sauber aufgesetzt wird und dann auch gelebt werden kann. Das sind so Sachen, wo wir einfach mit der Erfahrung, glaube ich, Wert beitragen konnten.

Und ansonsten ist der Austausch täglich so, täglich würde ich sagen implizit, wir haben eine WhatsApp Gruppe, wir schreiben viel hin und her, kopieren da Emails rein, die wir kriegen so wenn es darum geht, da irgendwas zu beurteilen, haben wöchentlich mindestens zwei Founder Meetings, wo wir uns zusammensetzen so und die aktuellen Themen durchsprechen. Also es ist recht intensiv, aber unsere Rolle ist eben wie so ein Coach an der Seitenlinie zu stehen, nicht sozusagen auf’s Spielfeld zu rennen und nicht Tore zu schießen so, sondern quasi eine Coach/Mentor-Rolle sozusagen zu sein. Aber gleichzeitig jetzt auch nicht zu weit weg zu sein und viel Kontakt zu haben.

Fabian Tausch: Wie oft kribbelt es dir in den Fingern, doch mal los zu rennen?

Feliks Eyser: Ich bin super happy in der Rolle.

Fabian Tausch: OKR’s mal kurz zum Verständnis, weil man nicht voraussetzen kann, dass jeder schon weiß, was es ist und wie es funktioniert, Objective Key Results, das bedeutet im Normalfall glaube ich, setzt man sich pro Person… welches Framework nutzt ihr… es ist einfacher, dich einfach zu fragen, welches Framework nutzt ihr. Und ganz simpel runter gebrochen, wir können da gerne in der nächsten Episode ein bisschen ausführlicher drüber sprechen, aber ganz simpel, wie würdest du OKR’s erklären?

Feliks Eyser: Also Objektives in Key Results sind Ziele, [unverständlich 00:58:21 ursprünglich aus dem Silicon Valley von Firmen wie Intel, Google hat das ein bisschen bekannter gemacht und da gibt es verschiedene Methodiken, wie man das implementieren kann. Für mich ist das Wichtigste, in einer frühen Phase als Start Up auf der Firmenebene, auf der Company Ebene für ein Alignment zu sorgen, fehlt mir das deutsche Wort. Also dass die anderen das alle wissen, wo man hin will sozusagen und man definiert ein Ziel, ein Objective und Key Results indem man dieses Ziel messbar macht sozusagen.

Und der Prozess ist einer, den man alle drei Monate üblicherweise macht, das ist einmal im Quartal, so haben wir das bei RegioHelden durchgeführt und das einmal mit dem Management Team raus gezogen, wir haben gesagt, wir machen Review, letztes Quartal, was haben wir uns vorgenommen, welche Objectives, Key Results, was ist eingetreten, was nicht, was haben wir draus gelernt. Und im nächsten Zug überlegt, was wollen wir uns für das nächste Quartal vornehmen. Und da gibt es ganz viele fancy Systeme, wie man das machen kann, OKR klingt irgendwie fancy und irgendwie balanced score card wäre eine andere Variante, also es gibt verschiedene Varianten, wie man das machen kann.

Aber ich glaube, das Wichtige ist gar nicht, ob man dieses System jetzt zu hundert Prozent korrekt irgendwie durchführt, Objective Key Results sagt zum Beispiel, du sollst dir Ziele setzt, die eigentlich unerreichbar sind, so und 70% Zielerreichung sind auch okay zum Beispiel, kann man so machen, muss man nicht machen. Ich glaube, das Wichtige ist einfach nur, sich einmal im Quartal hinzusetzen und zu überlegen, was sind die wichtigsten Prioritäten für die Firma, für ein Team und am Ende für einen persönlich. Und da ist eben das Schöne an diesen OKR’s, man kann das kaskadieren sozusagen, man weiß, was sind die Top drei für die Firma, dann weiß man relativ schnell, was sollten die Top drei für ein Team zum Beispiel sein und die Top drei für einen persönlich. So und dafür ist es gut, einfach explizit über Prioritäten nachzudenken.

Das ist im übrigen auch eine Sache, die ich immer mache, wenn ich Founder coache, bei den Firmen, in denen ich beteiligt bin, wenn ich mit den Gründern arbeite, dreht sich ganz viel in dem Gespräch um die Frage, was sind die Prioritäten, was ist denn jetzt gerade eigentlich wichtig? Was ist denn jetzt gerade eigentlich das was die Firma auf das nächste Level bringen kann, so. Und dabei helfen OKR’s, diese Diskussion explizit zu führen und es geht dabei aus meiner Sicht gar nicht so sehr darum, ob das jetzt irgendwie 70% Zielerreichung, ob das jetzt okay ist oder nicht und ob das Key Result jetzt perfekt definiert ist und so, da kann man sich immer schön dran aufhalten, so und irgendwie rum diskutieren, ob das gut oder schlecht ist.

Aber es geht für mich hauptsächlich darum, diesen Priorisierungsprozess explizit zu machen und im Team zu machen, so dass alle Bescheid wissen, was die Prioritäten sind, warum sie es sind und dafür zu sorgen, dass daran auch gearbeitet wird.

Fabian Tausch: Klingt super, auf jeden Fall. Also ich glaube gerade wenn man weiß, was OKR’s sind, was Priorisierung halt so mit sich bringt, bringt halt im Normalfall Fokus, wenn man sich dran hält.

Feliks Eyser: Priorisierung bringt vor allem die Klarheit darüber, was man nicht macht und das ist glaube ich das Wichtige. Jeder will Fokus, aber viele Leute sind dann nicht in der Lage, dazu nein zu sagen, zu bestimmten Themen und das ist das wobei OKR’s stark helfen können, zu sagen, wir haben Top drei… wir haben die Top drei an Punkten, daran arbeiten wir und das heißt eben auch, dass andere Sachen vielleicht hinten runter fallen, das ist auch total okay, das bedeutet Fokus und dabei hilft es total.

Fabian Tausch: Eine letzte Sache noch, bevor ich die heutige Episode beenden würde, Founder Meetings, du meintest, ihr trefft euch zweimal die Woche, ist das dann einmal am Anfang der Woche, so Stand up okay, was passiert über die Woche und dann einmal Review oder wie kann man sich das vorstellen?

Feliks Eyser: Nein, wir sitzen. Also konkret sitzen wir meistens tatsächlich dienstags zusammen, nicht ganz am Anfang der Woche, weil da meistens Themen erst mal anfallen, so dass man sie erst mal ein bisschen ordnet so. Deswegen dienstags, wir haben dafür immer die gleiche Agenda, wir haben gemeinsam das Asana Projekt, auf das jeder Zugriff hat, wir nutzen Asana, das Tool und jeder kann quasi innerhalb der Woche seine Punkte da rein schieben, so dass man einfach, ich sage immer wie so eine Parking Lot hat, also wie so ein Parkplatz, wo man eben Themen abstellen kann so und weiß, die werden auf jeden Fall besprochen, die fallen nicht runter so. Das ist so eine der Sachen, die gut funktioniert, was ich gelernt habe und so haben wir diese Agenda, die sich quasi automatisch zusammensetzt.

Als erstes gehen wir immer die OKR’s durch, also die Prioritäten und sagen okay, was haben wir uns vorgenommen, Sales, Produkt, Recruiting, also was sind die Themen, die wir uns anschauen wollen, das ist immer das Gleiche und danach gehen wir sozusagen die offenen Punkte durch, die sich angesammelt haben so und probieren das zu diskutieren und zu einer Entscheidung zu kommen oder Erfahrungen zu teilen, je nach dem, was es für ein Agenda Punkt ist. Protokollieren das meistens dann auch direkt da drin, das habe ich auch gelernt so, wer schreibt, der bleibt so, es ist tatsächlich gut, schriftlich jetzt kein Monster Protokoll zu haben, aber sich zumindest ein paar Stichpunkte zu machen, weil es dann eben doch so ist, dass man innerhalb von ein paar Tagen nicht mehr ganz genau weiß, was besprochen wurde so. Deswegen haben wir da jetzt keinen Protokollanten sitzen oder so, aber machen zumindest die Notes in Asana und dann ist das sauber abgelegt so und das habe ich auch gelernt mit der Zeit, dass es tatsächlich hilft, das ist so das eine, eine strukturierte Form im Meeting.

Das andere machen wir Ende der Woche, meistens Freitag und das ist dann eher so eine Retro, also eher so ein bisschen zurückzuschauen und zu sagen, was lief gut, was lief nicht so gut, was wollen wir ändern, wir machen jedes mal eine Feedback Runde, jeder gibt einmal rund rum Feedback so, was habe ich bei dir wahrgenommen, was hast du bei mir wahrgenommen und so. Was kannst du besser machen, was hast du gut gemacht, wir hat das auf dich gewirkt und so weiter. Also auch so dieses kontinuierliche Improvement sozusagen…

Fabian Tausch: Aber auch gleichzeitig Konflikte vermeiden, weil sich irgendwas aufstaut oder so, oder?

Feliks Eyser: Korrekt, korrekt. Also so ein Meeting ist auch so eine Art Ventil, so wenn ich sage, hey Stefan, du bist die Woche jetzt irgendwie zum fünften mal zu spät gekommen, zu einem Meeting so, dann wird das Thema gehandelt, aber ich fresse das jetzt nicht irgendwie fünf Wochen in mich rein und das wächst sozusagen in mir an. Also auch sozusagen so eine Art Ventil, um anschwellende Konflikte sozusagen an der Wurzel zu bekämpfen, deswegen, das ist eher so eine Art Retro Meeting. Da ist das Framework Start Stop Continue ganz gut, wir sollten überlegen, Start, was sollten wir irgendwie anfangen, Stop was sollten wir aufhören und Continue, das lief gut, das wollen wir weiter machen so.

Fabian Tausch: Sehr spannend. Ich glaube, da kann man schon mal super viel raus nehmen, ich habe so überlegt während dessen, weil wir anfangs darüber gesprochen haben, sollten wir dem Ganzen einen Namen geben oder nicht, ich habe so überlegt, ob man es irgendwie so wie man eine Firma baut, so…

Feliks Eyser: How to build…

Fabian Tausch: Ja, ich wollte nicht How to build, weil…

Feliks Eyser: Du wolltest beim Deutsch bleiben…

CROSSTALK 01:04:33

Feliks Eyser: … ich benutze auch die ganze Zeit englische Wörter so…

Fabian Tausch: … ganz schlimme Zustände in Deutschland, so ein bisschen Masterplan stilmäßig, bei Stefan klauen und selber so dermaßen der Plan von Feliks Eyser hinschreiben…

Feliks Eyser: Genau.

Fabian Tausch: Nein, das machen wir nicht. Aber nur kurz drüber nachgedacht, aber ich glaube, wenn man so anhand dessen…

Feliks Eyser: Vielleicht hätte ja jemand eine gute Idee von deinen Zuhörern…

Fabian Tausch: Da bin ich mal gespannt, kann er dir oder mir auch von den Zuhörern einfach eine [unverständlich 01:04:54 schreiben, wenn jemand eine Idee hat. Aber ich glaube, so kommt man sehr praxisnah an Themen ran, kann die wirklich gut aufbereiten und ich glaube, da kann man wirklich was raus ziehen. Also weil man halt merkt, okay, die bauen da gerade eine neue Firma, irgendwas haben die ja schon mal richtig gemacht, also die zwei davon und die anderen zwei müssen ja auch irgendwie smarte Köpfe sein, sonst würden die nicht mit euch arbeiten.

Feliks Eyser: So richtige Maschinen.

Feliks Eyser: Und dann eben [unverständlich 01:05:19 wir können ja irgendwann mal bekannt geben, wer es eigentlich ist, der mit dir arbeitet.

Fabian Tausch: Genau [unverständlich]

CROSSTALK

Fabian Tausch: … noch geheim halten, noch so ein kleines Mysterium… richtige so Geheimnistuerrei so, dann irgendwann so Launch Folge so, darum ging es eigentlich die ganze Zeit. So irgendwas ganz Wildes. Nein, aber durch kann man dann glaube ich gut nachvollziehen, erstens so ein bisschen dokumentiert es ja euren Weg und gleichzeitig, gerade noch ohne ihn zu dokumentieren, weil man nicht weiß, was steckt dahinter, aber auch man… du hast ja jetzt wieder Themen auf dem Tisch, die du Jahrelang nicht auf dem Tisch hattest und wo du dir jetzt Gedanken drüber machen musst und ich glaube, die Gedanken aufzunehmen ist super spannend.

Feliks Eyser: Und ich denke tatsächlich auch oft drüber nach, so wie würde ich es heute machen mit allem, was ich gelernt habe. Ich habe auch mal auf Medium Post gemacht, der heißt, what do second time founders differently oder so ähnlich. Weil ich so überlegt habe für mich, was sind denn die Sachen, die ich heute anders machen würde und ich mach‘ die ja auch anders tatsächlich so, weil ich halt glaube, dass man dadurch einfach schneller ist, Schmerz vermeiden kann, schneller voran kommt, ja.

Fabian Tausch: Da freue ich mich auf jeden Fall, dich dabei zu haben, hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Feliks Eyser: Ich danke dir.


Fabian Tausch:
Wie gesagt [unverständlich 01:06:27 Formats und am Ende, man muss dir auf Medium folgen, um ab und zu mitzubekommen, wenn du neue Artikel postest, auf LinkedIn oder Instagram für Screenshot Essays, manchmal virale Marketing Posts oder anderes.

CROSSTALK 01:06:42

Feliks Eyser: … das brutal, das ist mal ein anderes Thema…

Fabian Tausch: Zwei Millionen Views habe ich….

Feliks Eyser: Zweieinhalb Millionen.

Fabian Tausch: Zweieinhalb Millionen Views auf einen Beitrag zur Werbekampagne von Philip Gebhardt, der auch hier im Podcast schon war…

Feliks Eyser: Als er noch nicht berühmt war, du hast ihn gehabt, als er noch kein Star war, als er noch keinen Hollywood Stern hatte, jetzt ist es zu spät.

Fabian Tausch: Ja. Nein, das war ja Entdeckung vor dem Hype, weißt du?

Feliks Eyser: Eben, genau, jetzt wäre es ja langweilig.

Fabian Tausch: Jetzt kennt ihn ja jeder.

Feliks Eyser: Sage ich doch…

Fabian Tausch: Ich habe ihn gehabt, ich habe aber gestern ernsthaft mit meinem Mitbewohner überlegt, zweieinhalb Millionen Views, davon sehr viel deutschsprachiger Raum wahrscheinlich, weil deutscher Post.

Feliks Eyser: Ja, ganz ehrlich, es gibt 14 Millionen Accounts im Dachraum…

Fabian Tausch: Die sind natürlich nicht alle aktiv…

Feliks Eyser: Genau, es müssen ja alle Leute gesehen haben.

Fabian Tausch: Also es muss ja wirklich so 50, 60% aktiver Nutzer müssen das gesehen haben, das ist richtig…

Feliks Eyser: Das ist insane, also….

Fabian Tausch: Ja. Natürlich haben das auch ein paar internationale Leute gesehen, weil [unverständlich 01:07:34, dann im Netzwerk angezeigt, aber wirklich mind blowing, was da…

Feliks Eyser: Ja, ich habe auch ehrlich gesagt, aktive LinkedIn Accounts, 14 Millionen Accounts sagst du, ja, wie viele nutzen das wirklich wöchentlich oder so, das ist wahrscheinlich der kleinere Teil. So in unserer Bubble natürlich alle so, aber so, also… muss auf jeden Fall einen sehr hohen Marktanteil gehabt haben, dieser Post.

Fabian Tausch: Ist LinkedIn eigentlich irgendwie auf dich zugekommen und haben gesagt, hey, good job, oder?

Feliks Eyser: Nein, aber Philip, der schenkt mir jetzt eine Zahnspange. Nein, das macht er nicht.

Fabian Tausch: Na ja, du könntest ja eine Maske tragen, fällt es nicht auf.

Feliks Eyser: Genau.

Fabian Tausch: Feliks, es war mir ein Fest, ich verlinke all‘ das, was ich verlinken kann und darf.

Feliks Eyser: Super.

Fabian Tausch: Dann kann man sich es angucken und ich bin sicher, wir hören uns noch das eine oder andere mal im Podcast. Ist ja jetzt eh festgelegt.

Feliks Eyser: Sehr gut, machen wir so, Fabian, danke dir.

– Ende des Transkriptes –

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